Friedemann Hasse


Musik zum Träumen ...

Songs schreiben - im Schlaf!

Geschrieben von Friedemann Hasse | 22nd May, 2015

Diesen Winter hatte ich einen wiederkehrenden Traum. Ich sitze am Schreibtisch und höre eine wunderschöne Musik in meinem Kopf. Ich denke: Los, Stift her und aufschreiben! Dann bemerke ich enttäuscht, dass die Musik nicht aus meinem Kopf, sondern aus dem Computer meines Vaters kommt. Ich bin nämlich gerade gar nicht in meinem Arbeitszimmer, sondern in seinem und er stellt mir sein neues Werk vor. Ich wache auf. Es ist 4:30. Neben mir schnarcht meine fünf Monate alte Tochter. Moment mal! Mein Vater ist doch gar kein Musiker! Und ich habe wohl einen musikalischen Einfall geträumt.

Und tatsächlich habe ich noch einen Melodiefetzen aus meinem Traum im Kopf. Ich gehe ans Klavier, spiele ganz, ganz leise –es ist ja noch mitten in der Nacht! Und ich schreibe eine Zeile auf, dann noch zwei, drei, die mir dazu einfallen. Dann gehe ich wieder ins Bett. Idee gesichert, ich kann jetzt wieder schlafen. Am nächsten Tag mache ich aus dem nächtlichen Einfall ein kleines Geigenkonzert für eine Schülerin von mir. Sie bekommt die Rohfassung zu Weihnachten.

Einen ähnlichen Traum hatte ich zwei Wochen später. Ich höre einen wunderbaren Song. Ruhig, aber mitreißend. Ein voller Klang, wie ein ganzes Orchester. Diesmal bereitet mir unser Schlagzeuger Gunnar die Enttäuschung. Es ist sein neuer Song, erklärt er mir. Ich wache auf und lächle. Das war nicht Gunnars Musik! Ich pinsele also wieder nachts meine zwei Zeilen hin. Nun gut, ich habe Melodie ohne Text geträumt, aber vielleicht kann ich das ja noch verwenden. Und tatsächlich: Es entsteht ein Song, der definitiv an die Öffentlichkeit darf. Arbeitstitel: „Die Welt ist rund“. Die Strophen sind eine Collage aus Texten von Fontane, Rückert und Morgenstern. Der Refrain ist von mir. Und wer soll singen?

Heute vor einem Jahr zum Internationalen Straßenmusikfestival „Blühendes Barock Ludwigsburg“ lernte ich jemand ganz besonderen kennen. Abends auf dem Weg zur Bühne, die meisten Musiker waren schon müde vom vielen spielen, hörte ich eine sanfte und doch eindringliche Stimme singen. Nur Gitarre und Gesang. An sich ist diese Besetzung nichts Besonderes, aber nach einem Nachmittag mit lauten Bands, die sich gegenseitig übertreffen wollen, waren diese schön einfachen und einfach schönen Klänge eine Oase für Ohren und Seele. Als ich näher kam, stellte sich heraus, dass die Stimme zu unser Kollegin aus der Heimat gehörte: Susann Großmann . So ist das. Man kennt einen Namen und denkt, man wisse Bescheid. Ich war froh über die Entdeckung und wusste, wen ich für das nächste Gemeinschaftsprojekt anhauen würde. Hörprobe gefällig?


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