Friedemann Hasse


Musik zum Träumen ...

Unbekannter Künstler

Geschrieben von Friedemann Hasse | 1st Jul, 2015

Die Vorproduktion unseres ersten Weltkind-Albums ist fertig. Meine Freude ist groß! Muss ich mir gleich aufs Handy laden, dann kann ich die eigenen Songs in Dauerschleife hören, denke ich mir. Über ein sehr kompliziertes Verfahren, dass ich auch schon nicht mehr wiedergeben kann, landen nach ein paar Tagen wirklich die mp3s auf meinem Handy. Und das Gerät listet die Titel unter „Unbekannter Künstler“. Ich bin pikiert. Wenn schon das eigene Handy meine Musik nicht kennt, wie soll ich denn dann jemals eine CD verkaufen? Wer kommt dann zu meinen Konzerten?

Unbekannter Künstler.jpg

Von diesem Gedanken beseelt handle ich sofort mit einer Online-Suchanfrage zu: „Musik selbst promoten“. Den ersten Treffer ignoriere ich generell, ich will ja keinen Mainstream. „10 Tipps für die Vermarktung Deiner Musik“ erscheint mir etwas dünn für das Thema. Ich hatte schon eine Stunde Zeit eingeplant, um wirklich alles zu lernen und das ganz ganz professionell aufzuziehen. Schließlich finde ich ein Video, das 58 Minuten lang ist und mir spontan zusagt:

Videolink

Die Expertenmeinung ist wirklich ernüchternd. Es gibt viel zu viel Musik im Netz. Als Künstler ist man quasi Staubsaugervertreter für die eigenen Werke. Obwohl das ein schlechter Vergleich ist, weil es viel weniger Staubsaugermarken als Künstler gibt. Daraus folgt ja eigentlich, dass man entweder seine ganze Zeit nutzt, um als Promoter wenigstens ein bisschen erfolgreich zu sein und dann für die Musik keine Zeit mehr hat. Oder man kümmert sich um seine Musik, die dann niemand hört. Ich würde letzteres Tun. Schon aus Prinzip! Und dann weiß ich jeden Konzertbesucher auch richtig zu schätzen.


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